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Abbildung 12: Simulierte Sicht in den Patienten während einer Punktion [13].
3.4 Krebstherapie
Ein Beispiel für die Krebstherapie, bei der der Einsatz von HMDs möglich wäre,
ist die Brachytherapie oder Seed-Implantation. Dabei werden in Voll- oder Teil-
Narkose unter ständiger Ultraschallkontrolle bis zu 80 kurzstrahlende, kleinste Strah-
lungsquellen (sogenannte Seeds) aus Jod in die Prostata eingesetzt. Dies geschieht
mit Hilfe von Punktionsnadeln, die über ein Koordinatenzielsystem durch die Haut
des Dammes an genau vorausberechnete Positionen in der Prostata platziert wer-
den. Durch die Nadeln werden dann die Seeds an der gewünschten Position in der
Prostata abgelegt. Der Eingri wird in aller Regel ambulant durchgeführt - der Pa-
tient kann die Klinik ca. ein bis zwei Stunden nach dem Eingri wieder verlassen.
Die Seeds verbleiben im Körper des Patienten und entfalten dort ihre Strahlenwir-
kung auf das Prostatakarzinom. Das Tumorgewebe wird durch hochdosierte, gezielte
Strahlung von innen zerstört. [15]
Anstelle des Koordinatenzielsystems, des Templates (s. Abb. 13), wäre wie bei
der Punktion auch der Einsatz eines HMD denkbar.
3.5 Gynäkologie
In der pränatalen Diagnostik gibt es ebenfalls Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der
Erweiterten Realität. Dabei geht es meist um die Darstellung eines Föten im Mut-
terleib z.B. zur Lagekontrolle (s. Abb. 14). Dieser Ansatz richtet sich hauptsächlich
an Personen, die ihre Schwierigkeiten damit haben, die zweidimensionalen Schnitte
der Radiologie gedanklich zu einem dreidimensionalen Modell zu verschmelzen bzw.
Ultraschall-Bilder zu interpretieren.
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