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3.1
Überwachung von Patienten
In vielen Bereichen der Medizin ist es erforderlich ebenso wie etwa bei der Flugüber-
wachung wichtige Parameter immer im Blick zu haben. Bei manchen Operationen,
aber auch im Rettungsdienst ist es manchmal wichtig wesentliche Vitalparameter
(Herzfrequenz, Blutdruck, Sauersto sättigung etc.) des Patienten immer beobachten
zu können und dennoch gleichzeitig den Arbeitsbereich seiner Hände überblicken zu
können.
So ergab eine Studie an der Universitätsklinik Washington [12], bei der Anästhe-
sisten mit einem VRD ausgestattet an einem Patienten-Phantom verschiedene Auf-
gaben auch unter Notfallbedingungen ausführen mussten, dass diese dem Patienten
fast 50 % mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen und ihre Ausführungszeit für
einzelne Aufgaben um 29 % verringern konnten.
3.2 Augenheilkunde
Insbesondere Virtual Retinal Displays eignen sich sehr gut, um Patienten mit Seh-
schwächen und -schäden zu helfen. Vor allem Lesen und Fernsehen, aber auch Ori-
entierung oder andere Dinge des täglichen Lebens sollen damit erleichtert werden.
Im Vergleich zu herkömmlichen Sehhilfen liegt der Vorteil der VRDs darin, dass
sie direkt an der Retina angreifen und wesentlich heller sind als Brillen, Lupen und
Videovergrößerer. So schildern Erik Viirre et al. in [7], dass Patienten mit einer
Hornhautverkrümmung VRD-Bilder schärfer sahen als mit allen anderen Sehhilfen
und Sehbedingungen. Selbst Versuchspersonen ohne Sehschäden sahen die Bilder
genauso scharf oder schärfer als auf Papier oder einem Röhrenmonitor.
3.3 Punktion und Biopsie
Bei einer Punktion bzw. Biopsie führt der Arzt eine (Hohl-)Nadel in das Körperin-
nere ein, um eine Gewebeprobe zu entnehmen. Dies geschieht traditionell unter
Ultraschall-, CT- oder Röntgenkontrolle, mitunter auch durch Tasten. Das Schwie-
rige dabei ist oft weniger das Lokalisieren des zu punktierenden Gewebes, als viel-
mehr den Weg dorthin zu finden und auf diesem so wenig Gewebe wie möglich zu
schädigen.
Mit Hilfe der bildgebenden Verfahren ist es rechnergestützt relativ leicht ein gu-
tes dreidimensionales Modell des zu punktierenden Gewebes zu erstellen und dieses
während des Eingri s in einem HMD darzustellen, so dass der Arzt in den Patien-
ten hineinsehen (s. Abb. 12) kann, ohne den entsprechenden Bereich von außen
zugänglich gemacht zu haben. Die Forscher am Department of Computer Science
der Universität von North Carolina beschreiben ein solches Verfahren unter Zuhil-
fenahme von Ultraschall zum Tracken der Nadel [13]. Dass dieses Verfahren seine
Berechtigung hat, belegt die dortige Studie [14]: Die mittlere Abweichung am Phan-
tom lag dabei unter Einsatz der Erweiterten Realität mit HMD lediglich bei 1,62 mm
gegenüber 2,48 mm ohne AR.
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